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Der WEINbau - Back Issues
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Die Situation der selbstvermarktenden Betriebe wird immer schwieriger.
 
Laut Falstaff Empfehlungen gibt es bei Hofer einen guten, einen sehr guten Rheinriesling um 4.99 € oder einen steirischen Sauvignon um ebenfalls 4.49 €, sowie einen tadellosen Weißburgunder um 2.29 € usw. Wie das geht bleibt dahin gestellt, denn bei einem Durchschnittspreis ab Hof unter 5 € pro Liter, ist ein betriebswirtschaftlich geführter Weinbaubetrieb nicht möglich. Jede Weinbauschule kann das beweisen. Das es trotzdem etwas günstiger geht, liegt am kostenlosen Zeiteinsatz der Familie. Deshalb hören die Jungen auf.
 
Mit 91 von 100 Punkten im Falstaff Magazin 06/2011 für den Back to Red um 4.99 €, einem tatsächlich großen Wein, bei Hofer oder einem außergewöhnlichen Grüner Veltliner, VKI Sieger von Schloss Fels, um 3.99 € bei Spar, gibt es Weine im Angebot. Vielleicht muß man dazu anmerken, dass bereits im Jahr 1986 die SPAR Österreichische Warenhandels AG das Weingut Schloss Fels in Fels am Wagram samt den dazugehörigen Weingärten im Ausmaß von 34 Hektar erworben hatte. In dieser Situation, wie kann da der Winzer Betrieb mithalten? Er kann gar nicht.
 
Deshalb sind neue Wege zum Markt nötig, wenn es um das Überleben unserer Strukturen geht. Als Pionier des Internets wissen wir, dass unbekannte Weine und Betriebe enormes User-Interesse erwecken. Es gibt über 10.000 Zuschriften über unsere Online Medien, aber der Verkaufserfolg liegt eher einem Lottogewinn näher, als einer konsequenten Umsatz- und Verkaufsentwicklung. Ohne Frage, diese Stütze ist nötig, um jene zu erreichen, die die Betriebe und Weine schon kannten. Wir investierten in 10 Jahren die unfassliche Summe von über 500.000 € in dieses Projekt das Sinn macht, eine Stütze am Markt.
 
Kennen Sie jemanden, der diese Entwicklung hinterfragt? Den LH-Ketten ist kein Vorwurf zu machen. Sie arbeiten im Gegenteil in Richtung Qualität. Offiziell ist wie gesagt alles bestens, real möchten mehr als 50% der Winzer aufhören, wenn sie könnten. Warum läuft ein Betrieb wie jener des mehrfachen Salonwein-Siegers Hammerschmid in Hollenburg aus? Eines steht aber auch fest: Der Markt ist vorhanden, die Stellung des Weines in der Öffentlichkeit war noch nie so gut wie jetzt.
 
Aus diesem heraus versuche ich einen neuen Weg periodischer Berichte mit Kolorit in regionalen Tageszeitungen, eben anders als üblich. Da werden die Leser eingebunden, können den Wein probieren und sich selbst ein Bild machen, d.h. der Leser entscheidet als Tester, mit Nachberichten, Events und Internetunterstützung. Es war einer der schwierigsten Wege, denn die Zeitungen erwarten üblicherweise beim Thema Wein ein Inserat so um die 5.500 €, dass nicht machbar ist. Damit es für die Leser Sinn macht, anders vorzugehen war viel Mühe. Beobachten Sie diesen Weg. Unterlagen über das Bisherige sende ich ihnen gerne zu.
 
Punkte: Warum positionieren Sie Ihren Wein nicht als das, was er ist. Es ist das beste Heilmittel der Natur, welches die Vitalität und das Leben verlängert, der laut Weltgesundheitsorganisation das Herzinfarktrisiko fast aufhebt. Die Weinkur Dr. Resch© in Krems vermittelt den harmonischen Zusammenhang von Ernährung, Bewegung und Lebensfreude – drei Säulen von Lebenskultur pur, die Sie genießen können. Es ist eine richtungsweisende Arbeit.
 
Ihr Sortenspiegel: Haben sie die Roten Veltliner Winzer und ihre Preise einmal beobachtet? Wissen Sie, dass sie sogar bei halbwegs einer Qualität zumeist ausverkauft sind? Was hindert sie daran, über den Besatz mit echten autochthonen Sorten nachzudenken, die im Moment nicht einmal ansatzweise im Trend liegen, wie Rotgipfler oder Neuburger? Beobachten Sie doch Ihre Kollegen, die sich der Grünen Sylvanertraube angenommen haben. Als Steirer haben Sie nach Ende des Sauvignon Trends mit dem Morillon alle Voraussetzungen gegeben. Jede Trendsorte hat ihr Ablaufdatum, auch wenn man das nicht erkennen will. Denken Sie doch an den Chardonnay. Der Konsument will immer Neues kennenlernen.
 
Weinevents: Warum keine unorthodoxen Wege gehen? Wir organisierten heuer in Manchester, England und im schottischen


Das gesamte Team des Events v.l.n.r.:
Herve, Jürgen Knittel, Robin, Franck, Raimund Tisott
Glasgow Weinevents, weil ich es wissen wollte, wie man in dem großen Weinimportland UK reüssieren kann. Österreichische Winzer hatten z.B. im November die Möglichkeit ihre Weine direkt vor Ort in Glasgow einem fachkundigen Publikum zu präsentieren und die schottischen Weinliebhaber mit ausgezeichneten österreichischen Weinen zu begeistern. Unter dem Titel "best food of the world" fand diese Veranstaltung im exklusiven "Hotel du Vin" statt. Den Gästen, also Importeuren, Verteilern und Privaten, wurde ein 10gängiges Menü mit österreichischer Weinbegleitung serviert. Anschließend hatten die Winzer die Möglichkeit mit den potentiellen Kunden direkt in Kontakt zu treten.

Der ganze Aufwand kostete für einen Winzer weit weniger als 2 Tage auf einer Weinmesse in Österreich präsent zu sein. Kleine Weinhändler in Ballungsräumen mit 1 Million prospektiven Kunden anzusprechen ist ein ungewöhnliches Modell, bei dem wir die Hauptlast getragen haben. Anfangs sah es zäh aus, aber einige Winzer hatten einen Erfolg mit bisher 10.000 bis 15.000 Flaschen zu guten Preisen. Klar, der Wein musste dem Kundenwunsch entsprechen. Dieser ist von uns nicht steuerbar. Die ganze Organisation dieser Veranstaltung übernahmen Dr. Jürgen Knittel und Dr. Mag. Raimund Tisott, der Ihnen Auskunft erteilen kann: 02252 789 299 13
 
Abschließend gehen Sie zum Beginn zurück, sehen Sie sich die Seiten von Spar, Hofer und Co im Internet an und prüfen Sie das. Es ist die Realität und man muss rasch und intensiv Wege suchen, wie man aus diesen Gegebenheiten austreten kann.
 
Sepp Baldrian | Herausgeber | Der WEINbau | 23. Dezember 2011
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